„Du kannst der Wolf im Schafspelz sein und bei Adam und Eva anfangen…“ 

„Du kannst der Wolf im Schafspelz sein…“ und dabei deine wahren Absichten verbergen, kannst andere täuschen oder hinters Licht führen. Du zeigst nicht dein wahres Gesicht, verbirgst es hinter einer undurchschaubaren Maske und versuchst dein Gegenüber auf dem falschen Fusse zu erwischen. Du vernebelst, blendest, schlägst linke und rechte Haken, wie der flüchtende Hase auf dem Felde, du bist das trojanische Pferd, das den Gegner überlisten und vernichten will. Du tust so, als sprächest du mit Engelszungen, bist in Tat  und Wahrheit aber nur ein tönendes Erz, eine lärmende Zimbel. Du schmückst dich mit fremden Federn um im besten Lichte vor andern stehen. Keiner Fliege kannst du etwas zu Leide tun, erscheinst vertrauens- und glaubwürdig, erkenn- und berechenbar im Nadelstreifenanzug und dem Aktenkoffer, und verbirgst in Tat und Wahrheit hinter deinem Rücken das Damoklesschwert, das jeden Augenblick zuschlagen kann. Dein Wissen ist Macht und kann andere ins Verderben stürzen.

„Du kannst der Wolf im Schafspelz sein - und bei Adam und Eva anfangen…“ – mit der Fähigkeit der List kam das Leid in die Welt. Andere überlisten, sie in die Falle locken, ihnen ein X für ein U vormachen, - das bedeutet letztendlich dem Feuer der ewigen Geschichte zwischen Sieg und Niederlage, Gelingen und Scheitern, Freiheit und Unterdrückung, Leben und Tod neue Nahrung zu geben. Wieder anfangen bei Adam und Eva – das könnte bedeuten zurückzugehen an den Anfang der Geschichte, als sich der Mensch noch nicht vor seinem Gegenüber schämte und die Gewaltspirale sich zu drehen begann, ein sich Besinnen auf die Freude, als Eva ihren Kain und ihren Abel noch liebevoll in ihren Armen hielt.